KÜS: Ein Jahr Erfahrung mit der „neuen“ Hauptuntersuchung

KÜS-Auswertung zeigt erste Trends

12. April 2007

Bei der Überprüfung elektronischer Systeme wird die passive Insassensicherheit häufig bemängelt.


Mit dem Datum vom 1. April 2006 sind die neuen Bestimmungen zur Hauptuntersuchung an Straßenfahrzeugen in Kraft getreten. Wichtigster Bestandteil ist dabei die Überprüfung elektronischer Komponenten im Fahrzeug, mit Hilfe von Systemdaten.

In diesen Tagen werden die ersten Fahrzeuge zur Hauptuntersuchung rollen, die nach den neuen Bestimmungen vom 1. April 2006 geprüft werden müssen. Es sind die Autos der Taxi- und Mietwagenunternehmen, die einem jährlichen Prüfzyklus unterliegen. Doch auch jetzt schon sind Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs, die eine hohe Anzahl elektronischer Bauteile enthalten – und diese sind auch zu überprüfen.

Die KÜS hat aus den durchgeführten Prüfungen über das vergangene Jahr eine Auswertung vorgenommen, um erste Trends zu erkennen.

Vor allem im Bereich der passiven Insassensicherheit waren hier Auffälligkeiten festzustellen. Am häufigsten signalisierte die Kontrollleuchte des Airbags eine Fehlfunktion. Die Prüfingenieure der KÜS staunten nicht wenig als sie bei einigen Fahrzeugen nach genauer Prüfung keinen Airbag mehr vorfanden – er war komplett demontiert. Auch bei den Gurtstraffer-Systemen wurde häufig der Weg in die Werkstatt dringend empfohlen. Hier wurden nach Unfällen die betroffenen Bauteile nicht ausgetauscht. Scheinwerfer mit Xenon-Licht und die damit verbundene automatische Leuchtweitenregulierung standen ebenfalls auf der Mängelliste der Prüfingenieure. Die Überprüfung endete auch in diesem Bereich häufig mit der Feststellung, dass die Funktion nicht mehr gewährleistet sei. Ein stark blendendes, mit Xenonlicht bestücktes Fahrzeug wird auf der Straße schnell zu einer massiven Gefahr für den Gegenverkehr. Auch bei den Systemen im Bereich der Fahrdynamikregelung, dem ESP, wurden Mängel bescheinigt.

„Den großen Anteil der nach den neuen HU-Bestimmungen zu prüfenden Fahrzeuge erwarten wir ab dem April 2009. Bis dahin werden die relevanten Fahrzeugdaten bei allen Prüforganisationen vorhanden sein“, sagt Christoph Diwo, der Technische Leiter der KÜS. Er weist darauf hin, dass die KÜS in ihrer Prüfsoftware bereits jetzt alle Voraussetzungen für den schnellen Zugriff und die Nutzung dieser Daten geschaffen hat.

Die KÜS sieht in der Erweiterung der bisherigen Hauptuntersuchung einen wichtigen Schritt hin zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen.

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