KÜS: Mängelbilanz im Fünfjahresschritt

1997, 2002, 2007 – Welche Mängel bleiben, welche ändern sich?

3. April 2008

Seit zehn Jahren bei Lichttechnik, Bremsanlage und Achsen/Räder/Aufhängung die meisten Mängel

Erfahren bei der Hauptuntersuchung festgestellte und statistisch belegte Fahrzeugmängel im Laufe der Jahre eine Änderung oder bleiben sie in Anzahl und Art konstant? Gibt es markante Mängelbilder oder kommt es im Laufe der Jahre zu Änderungen? Die KÜS gibt mit einer Auswertung ihrer Datensätze aus den Jahren 1997, 2002 und 2007 eine Antwort – eine Mängelbilanz im Fünfjahresschritt.

Statistische Vergleiche unterliegen einem ganz besonderen Reiz – sie liefern unbestechlich und neutral Zahlen und lassen somit Vergleiche über einen bestimmten Zeitraum zu. Auch bei den von den Prüfingenieuren der KÜS innerhalb der Hauptuntersuchung festgestellten Mängel an Kraftfahrzeugen ergeben sich hier interessante Aspekte, die den Vergleich lohnen.

Im vergangenen Jahr 2007 standen in der Mängelstatistik der KÜS die Lichttechnischen Einrichtungen mit 24,4 % ganz oben. Fünf Jahre früher war das Thema „Sehen und gesehen werden“ auch an der Spitze – mit 23,0 % wurden bei der Lichttechnik am Fahrzeug die meisten Mängel notiert. Mit 33,4 % Anteil lag im Jahr 1997 der Bereich Fahrgestell/Aufbau auf Rang 1. Damals gehörten auch noch die Achsen und Aufhängungen zu dieser Mängelgruppe, ab 1999 gab es für Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung eine eigene Mängelgruppe.

In den Jahren 2007 und 2002 wird die Bremsanlage mit 19,2 % (2007) und 19,6 % (2002) von den Prüfingenieuren der KÜS bemängelt, das bedeutet den 2. Rang in der Negativliste der Mängel. Mit 19,7 % steht die Lichttechnik im Jahr 1997 auf dem 2. Rang in der Mängelstatistik.

Alle Probleme rund um Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung behaupteten den 3. Rang in der Mängelhitparade der KÜS im Jahr 2007. Bei der Neuordnung der Mängelgruppen 1999 wurde die bis dato eigenständige Gruppe Räder/Reifen in die Gruppe Achsen/Aufhängungen integriert. Im Jahre 2002 waren es Umweltbelastungen, die die Prüfingenieure der KÜS mit 15,6 % Anteil bescheinigten, Platz 3. 1997 wurden mit 18,1 % Mängel die Bremsen der geprüften Fahrzeuge negativ beurteilt.

Der 4. Rang der Mängelliste, im Jahr 2007 mit 14,4 % die Umweltbelastung, 2002 mit 15,2 % Achsen, Räder, Reifen, Aufhängung und 1997 ebenfalls die Umweltbelastung (damals nur Abgasuntersuchung, ab 1999 auch Flüssigkeitsverluste, Funkentstörung etc.).

Platz 5 im Jahr 2007 behauptet die Mängelgruppe Fahrgestell/Rahmen mit 11,4 %, 2002 ebenfalls Fahrgestell/Rahmen mit 11 %, die damals noch eigenständige Mängelgruppe Räder/Reifen lag im Jahr 1997 mit 8 % Mängelanteil auf Rang 5.

Die Bilanz des Zahlenspiels: Die Lichttechnischen Einrichtungen seines Fahrzeuges scheinen den Verkehrsteilnehmer wenig zu interessieren. Mangelnde Pflege der Beleuchtungseinrichtungen und Spielereien mit allen erdenklichen bunten Lichtern rund um das Auto bringen hier die Spitzenplätze in der Mängelbilanz. Dabei dürfte es inzwischen auch eine Rolle spielen, wie schnell und bequem ein Leuchtmittel am Fahrzeug gewechselt werden kann. Dazu kommt ein kräftiges Wachstum beim Handel mit illegalen Leuchtkörpern, sie sind ebenso billig wie schlecht und schnell am Auto anzubringen.

Die hohe Mängelquote an der Bremsanlage, konsequent belegt mit den KÜS-Zahlen über 10 Jahre hinweg, gibt Anlass zur Sorge. In der Mängelbilanz der KÜS werden seit 10 Jahren nahezu jedem fünften zur Hauptuntersuchung gebrachten Fahrzeug Mängel an der Bremsanlage bescheinigt.

Kritisch zu sehen ist auch die Gruppe Fahrgestell/Aufhängung/Achsen/Räder/Reifen. Im Jahr 1999 wurde für den Bereich Achsen/Räder/Reifen eine eigenen Mängelgruppe geschaffen, wohingegen Räder und Bereifung bei den Zahlen von 1997 noch eine eigene Gruppe bildeten. Aber auch die Neuordnung der Mängelgruppen brachte keine Änderung der Resultate, nach wie vor stehen die Teile Aufhängung/Achsen/Räder/Reifen ganz vorne in der Mängelstatistik der KÜS. Bedenklich ist dabei die Tatsache, dass es sich um die Teile handelt, die den entscheidenden Kontakt des Fahrzeuges zur Fahrbahnoberfläche managen sollen.

Anschluss an die Spitzengruppe halten seit zehn Jahren konsequent die Probleme im Bereich der Umweltbelastungen Geräusch- und Abgasverhalten, aber auch Flüssig­keitsverluste spielen hier eine entscheidende Rolle.

„Die hier aufgeführten Zahlen und die dahinter stehenden Gefährdungen für die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen bestätigen eindrucksvoll die Notwendigkeit der permanenten technischen Überwachung von Kraftfahrzeugen“, so die Bilanz von Peter Schuler, dem Bundesgeschäftsführer der KÜS.

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