KÜS: Laut Trend-Tacho ist der Reifenkauf nach wie vor Vertrauenssache

Autohäuser, Werkstätten und Fachhandel punkten bei Reifenkunden

14. Mai 2012

Autohäuser, Werkstätten und Fachhandel punkten bei Reifenkunden

Qualitätsreifen werden weiterhin bevorzugt

Wenig Wissen über neues Reifenlabel bei den Autofahrern

Hohe Reifen-Mängelquote bei Hauptuntersuchung

Reifenkauf bleibt Vertrauenssache. Autohäuser, Werkstätten und der Fachhandel liegen laut dem neuesten KÜS Trend-Tacho in der Gunst der Autofahrer vorne, wenn es um das „schwarze Gold“ geht. Auch bei der Qualität der Reifen werden kaum Kompromisse gemacht, Billigprodukte sind wenig nachgefragt. Die Kennzeichnung der Reifen mit einem Label, die am 1. Juli 2012 in Kraft tritt, ist laut KÜS Trend-Tacho weithin unbekannt. Hoch ist auch die Reifen-Mängelquote bei den bei der KÜS zur Hauptuntersuchung vorgeführten Autos.

Die Autofahrer setzen beim Reifenkauf und der Montage nach wie vor auf den Fachhandel, ihre Markenautohäuser und freie Werkstätten. 38 % werden ihre nächsten Reifen im Fachhandel kaufen, 32 % im Markenautohaus, 18 % in der Freien Werkstatt und 6 % gehen zu einer Werkstattkette. Mit 4 % spielt das Internet nur eine untergeordnete Rolle beim Reifenkauf.

Qualität bei den Reifen wollen die im KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer nach wie vor. 38 % würden Premium-Marken wählen, 29 % eine qualitativ gute Zweitmarke, 11 % die preiswerte Marke.

Hierzu ist auch bemerkenswert, dass die Autofahrer wenig über den Zustand ihrer gefahrenen Reifen wissen. 29 % kennt die aktuelle Profiltiefe nicht, 10 % schätzen ihre Profiltiefe irgendwo zwischen 2 und 4 Millimeter, 27 % zwischen 4 und 6 Millimeter und 34 % mehr als 6 Millimeter.

Hoch ist auch die Umrüstquote von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt. Inzwischen wechseln 84 % der Befragten, 16 % tun dies nicht. Bei 30 % nimmt die Markenwerkstatt den jahreszeitlichen Wechsel vor, 24 % tun es selbst, 19 % lassen die Freie Werkstatt wechseln und 16 % den Reifenfachhandel. 69 % lagern die jeweils nicht gefahrenen Reifen bei sich selber ein, 31 % in den betreffenden Fachbetrieben.

Wenn´s ums Geld geht, haben die Interviewten eine klare Meinung. Um die 97 Euro liegt die Ausgabenbereitschaft bei Sommer- bzw. Winterreifen. Die Einlagerung der Reifen im Fachbetrieb erwarten 20 % umsonst, 14 % würden bis 20 Euro zahlen, ebenso viele bis 40 Euro, 4 % würden sich die Einlagerung bis zu 60 Euro kosten lassen.
Die am 1. Juli in Kraft tretende neue EU-Richtlinie ist bei 87 % der Befragten unbekannt, 13 % kennen sie.
Die auf dem dazugehörigen Label erfassten Informationen werden von den Autofahrern unterschiedlich bewertet. 57 % ordnen sie als sehr hilfreich bis hilfreich ein, für 23 % sind sie kaum hilfreich und für 20 % stellen sie keinen Nutzen dar. Als wichtig bei Kauf eines Pkw-Reifens geben 77 % den kurzen Bremsweg an, für 23 % ist der geringe Rollwiderstand und damit der geringere Kraftstoffverbrauch wichtig.

Wie es um den Zustand der am Fahrzeug montierten Reifen bestellt ist, zeigt die Auswertung der Mängelbilanzen aus den Hauptuntersuchungen der KÜS aus dem Jahre 2011. Bei 2,6 Millionen durchgeführten Prüfungen hatten 34.500 Autos eine unzureichende Profiltiefe als erheblichen Mangel, also unterhalb der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen 1,6 Millimeter. 12.870 Fahrzeuge hatten poröse Reifen, 7.717 Fahrzeuge hatten für das Fahrzeug nicht zugelassene Reifen montiert und 1.812-mal war der Reifen durch Fremdkörper beschädigt. 939 Reifen wurden von den Prüfingenieuren der KÜS mit einem Gewebebruch als mangelhaft eingestuft.

Befragt werden beim Trend-Tacho von KÜS und kfz-betrieb Autofahrer/-fahrerinnen in Deutschland. 1.000 Personen werden im Rahmen einer repräsentativen Zufallsauswahl in einer telefonischen Ermittlung befragt. Die Durchführung geschieht durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH i. Gr. in Köln.

Den kompletten Trend-Tacho findet man unter www.trend-tacho.de.