KÜS: Lichtanlage, Bremsen und Umweltbelastung sind die Spitzenreiter in der Mängelbilanz des Jahres 2012

12. Februar 2013

Knapp 2 % Steigerung bei den „Erheblichen Mängeln“ gegenüber dem Vorjahr bei den Pkws, aber auch fast 3 % mehr „Ohne Mängel“

Veränderungen innerhalb der spezifischen Mängelgruppen

Wartung älterer Fahrzeuge lässt nach

Auch in der aktuellen Mängelbilanz der KÜS aus den Hauptuntersuchungen an Personenkraftwagen im Jahr 2012 findet man die bekannten Spitzenreiter aus den vergangenen Jahren. Die Beleuchtungsanlage, die Bremsen und die sogenannte Mängelgruppe Umweltbelastung belegen in der Negativbilanz der Fahrzeugmängel die Spitzenplätze. Bei der Eingruppierung nach ihrer Schwere wurde eine Zunahme bei den Erheblichen Mängeln festgestellt. In diesem Fall wird die Plakette nicht erteilt und eine Nachuntersuchung nach erfolgter Reparatur durchgeführt. Der sich abzeichnende Trend der zunehmenden Vernachlässigung bei der Fahrzeugwartung wird auch im Jahr 2012 bestätigt.

Wenn es um die sogenannte Schwere der Mängel geht, so stellt man bei der KÜS fest, dass die Einstufung Erhebliche Mängel um fast 2 % zugenommen hat, von 21,59 % im Jahr 2011 auf 23,55 % in 2012. Bei diesem Prüfergebnis wird keine Plakette erteilt, das Fahrzeug muss nach Beseitigung der Mängel zur Nachkontrolle vorgeführt werden. Erst dann wird, bei positivem Prüfresultat, die Plakette erteilt. Zugenommen hat erfreulicherweise aber auch die Zahl der mängelfreien Fahrzeuge, von 49,90 % (2011) auf 52,78 % im Jahre 2012. Im Jahre 2011 wurden noch 28,48 % der von der KÜS geprüften Pkws nur geringe Mängel attestiert, 23,64 % waren es im Jahr 2012. Die Plakette entfernt wurde im Jahr 2011 und 2012 jeweils bei 0,03 % der Fahrzeuge, sie waren verkehrsunsicher.

Innerhalb der einzelnen Mängelgruppen gab es geringe Verschiebungen. Nach wie vor sind Probleme an der Beleuchtungsanlage von Pkws die Spitzenreiter bei der Mängelbilanz der KÜS. 24,81 % der sogenannten Lichttechnischen Einrichtungen wurden von den Prüfingenieuren im Jahre 2012 beanstandet, im Vorjahr waren es 25,69 %. Von einer Verbesserung der Situation kann man also nicht wirklich reden. Auch der Platz zwei in der Negativhitparade der Fahrzeugmängel hat Bestand. Die Bremsanlage der von der KÜS geprüften Fahrzeuge stand mit 19,24 % in der KÜS-Bilanz, im Vorjahr waren es mit 19,58 % geringfügig mehr. Die Mängelgruppe Umweltbelastungen behauptet Rang drei bei den Fahrzeugmängeln. 17,67 % wurden in den Prüfstellen und Prüfstützpunkten der KÜS bemängelt. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber dem Jahr 2011, da waren es 15,99 %.

Beachtenswert ist die Tatsache, dass bereits im Jahre 2000, also vor 12 Jahren, die gleiche Reihenfolge in der Mängelbilanz der KÜS festgestellt wurde. 23,37 % waren es bei der Jahrtausendwende bei den Lichttechnischen Einrichtungen, 19,91 % bei der Bremsanlage und 16,02 % bei der Mängelgruppe Umweltbelastung.

Die anderen Gruppen bei der aktuellen Mängelbilanz 2012 hat die KÜS ebenfalls ausgewertet. 14,77 % der Hauptuntersuchungen führten zur Bemängelung bei Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen (2011: 15,14 %), bei der Gruppe Fahrgestell, Rahmen, Aufhängungen und daran befestigte Teile waren es 9,83 % (2011: 11,47 %). Sichtverhältnisse, also Probleme bei der Windschutzscheibe, deren Reinigungseinrichtungen und den Fahrzeugspiegeln wurden bei 6,70 % der geprüften Fahrzeuge bemängelt (2011: 6,64 %), an der Lenkanlage hatten 3,44 % der Fahrzeuge Mängel (2011: 3,49 %).

Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS, zur aktuellen Mängelbilanz: „Die KÜS stellt fest, dass die Bereitschaft zur regelmäßigen Wartung der Fahrzeuge nachlässt. Diesen Rückschluss lassen die Mängelbilder unserer Hauptuntersuchungen zu. Ich halte das für eine bedenkliche Entwicklung im Hinblick auf die Verkehrssicherheit.“

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