KÜS: Der richtige Reifendruck – Stiefkind der Autofahrer!

10. Januar 2014

Hand auf´s Herz: Wie oft kontrollieren wir den Reifendruck an unserem Auto auf seine Richtigkeit? Ohne repräsentativ sein zu wollen, dürfte das Ergebnis ziemlich schlecht ausfallen. Dabei reichen die Wirkungen von falschem Luftdruck in den Reifen über vermehrten Kraftstoffverbrauch bis hin zur Möglichkeit von schweren Unfällen durch Reifenplatzer. Die KÜS hat die wichtigsten Dinge rund um den richtigen Luftdruck im Reifen aufgelistet.

Es ist vielen Autofahrern lästig, es hält auf und die Finger können schmutzig werden. Die Rede ist von der Kontrolle des Reifendrucks, etwa beim Tanken. Seit November 2012 müssen alle Fahrzeughersteller ihre neu homologierten Fahrzeuge mit einem Reifenkontrollsystem ausstatten, ab November 2014 gilt dies dann auch für alle Neuwagen. Beim Reifenkontrollsystem übernimmt die Technik weitestgehend mit verschieden funktionierenden Systemen die Kontrolle des Reifendrucks. Alle anderen müssen weiterhin von Hand den Reifendruck prüfen. Das gilt für Sommer- und Winterreifen gleichermaßen.

In vielen Testkilometern stimmen die Fahrzeughersteller bei der Entwicklung ihre Autos ab, auch was den Fahrkomfort betrifft. Hierbei werden auch die optimalen Reifendrücke ermittelt. Diese werden, für jedes Modell passend, per Aufkleber etwa im Türholm, der Innenseite der Tankklappe oder in der Betriebsanleitung mitgeteilt. Das sind die Richtwerte für die Kontrolle des Reifendrucks. Der Reifendruck sollte bei kaltem Reifen gemessen werden. Eine Erhöhung um bis etwa 0,3 bar (Maßeinheit) schadet nicht. Zu hoch sollte der Luftdruck im Reifen aber auch nicht sein. Tests haben ergeben, dass ein um 20 Prozent erhöhter Reifendruck die Lebensdauer eines Reifens um 10 Prozent mindert.

Mehrfach Probleme bringen kann ein auf Dauer zu niedriger Reifendruck. Zu nennen wäre hier etwa ein erhöhter Treibstoffverbrauch. Geschätzt wird ein Mehrverbrauch von einem Liter pro 100 Kilometer bei einem um 0,5 bar zu niedrigen Luftdruck. Auch die Lebensdauer der Reifen nimmt ab, bei 40 Prozent zu wenig Luftdruck erreicht der Reifen nur etwa 60 Prozent seiner Lebensdauer. Viel wichtiger ist jedoch die Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit. Zu geringer Reifendruck kann beispielsweise die Spurtreue reduzieren und die Fahrsicherheit in Kurven verschlechtert sich dadurch merklich.

Grundsätzlich verschlechtert sich die Fahrstabilität. Ebenso verlängert sich der Bremsweg. Im schlimmsten Fall walkt der Reifen sehr stark, erhitzt sich und trägt Schäden davon. Diese Dinge geschehen in der Regel vom Fahrer unbemerkt und sind auch nicht auf den ersten Blick hin sichtbar. Reifenplatzer können eine mögliche Folge sein. Was dabei, etwa auf einer vollen Autobahn bei hoher Geschwindigkeit, passieren kann, ist jedem klar.

Die KÜS empfiehlt die Kontrolle des Reifendrucks bei kalten Reifen etwa alle 14 Tage. Bei längeren Fahrten mit Passagieren auf allen Plätzen oder dem Transport schwerer Gegenstände sollte der Reifendruck entsprechend den Herstellerangaben entsprechend angepasst werden. Geachtet werden soll auch auf das Vorhandensein der Ventilkappen. Sie schützen das Ventil und verhindern auch geringen Luftverlust, der am Ventil selbst entstehen kann. Mit Sorge sieht die KÜS die zunehmende Zahl der Tankstellen, die 1 Euro für das Nachfüllen von Reifenluft verlangen. Dies lege die Hürde, den Reifendruck zu kontrollieren, noch einmal höher. Als Geldmacherei kann man auch das Angebot bezeichnen, die Reifen kostenpflichtig mit einem speziellen Gas aufzufüllen. Dabei soll das Entweichen der Luft weiter verlangsamt und die Lebensdauer der Reifen erhöht werden. Diese Behauptungen sind für normale Pkw-Reifen nicht nachvollziehbar und auch nicht belegbar.

„Wichtig ist, das Bewusstsein für die Bedeutung des Reifens für die Fahrzeugsicherheit weiter zu schärfen. Er ist die wichtigste Verbindung des Autos oder Motorrads mit der Fahrbahn und muss daher regelmäßig kontrolliert werden“, so Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS.