KÜS: Laut Trend-Tacho hohes Wissen um Schadensteuerung aber wenig Nutzer

1. Mai 2014

Nur 16 % der Kfz-Versicherungen enthalten Werkstattbindung

Marken- und freie Werkstätten bevorzugt für Wartung und Service

Hohe Akzeptanz für Einsatz unabhängiger Sachverständiger


Das Thema Schadensteuerung wird von den Assekuranzen nach wie vor intensiv betrieben. Es zeigen sich auch leichte Zugewinne, der große Erfolg bleibt jedoch aus. Und dies, obwohl der Wissensstand zum Thema Schadensteuerung bei den Autofahrern hoch ist. Gut abgeschnitten haben beim aktuellen KÜS Trend-Tacho die Marken- und freie Werkstätten, sie punkten, wenn es um die Wartung und den Service geht. Auch die unabhängigen Sachverständigen sind gefragt im Falle einer Schadenregulierung.

Für 63 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer ist im Schadensfall die Versicherung der Ansprechpartner, für 18 % das Autohaus/die Werkstatt und für 14 % der Versicherungsmakler. An den Sachverständigen wenden sich 2 %, der Rest rangiert unter Sonstiges. Ein wichtiges Instrument der Schadenssteuerung durch die Versicherungen ist die Werkstattbindung, d. h. die Reparatur muss in einem von der Versicherung bestimmten Betrieb stattfinden. Der Wissensstand um das Thema Werkstattbindung ist sehr hoch. 51 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer wissen, was die Werkstattbindung beinhaltet, 33 % wissen es nicht. Der Rest vermutet, nur Markenbetriebe oder freie Werkstätten dürfen reparieren. Angenommen wird die Schadensteuerung jedoch nur von einer geringen Anzahl der Befragten. Bei der Mehrheit von 63 % der Befragten enthält der Vertrag keine Klausel zur Werkstattbindung, bei 16 % gibt es eine solche Klausel, 21 % wissen nicht, wie ihr Vertrag gestaltet ist. 45 % der Befragten haben bereits Erfahrung mit der Schadenssteuerung, davon sind 60 % sehr zufrieden (6 % weniger als bei der Befragung 2010) 34 % zufrieden, 4 % weniger zufrieden und 2 % unzufrieden.

Wenn es um die Wahl der Werkstätte geht, sind die vom KÜS Trend-Tacho Befragten klar in ihrer Meinung. 54 % gehen in die Markenwerkstätte, 46 % zu den freien Werkstätten. Wem trauen die Autofahrer die höhere Kompetenz für die Unfallinstandsetzung zu, wollten die Interviewer wissen? 58 % sagten hier die Markenwerkstatt (2010: 66 %), 32 % nannten die freie Werkstatt (2010: 29 %), 9 % die Karosserie- und Lackierfachbetriebe (2010: 5 %). Bei der Frage nach der Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen würden 32 % dies immer tun, 59 % bei Bedarf und 9 % würden keinen Sachverständigen beauftragen. Auf die Frage wer denn den Sachverständigen beauftragt, meinen 39 % die Versicherung tue dies, 12 % die Werkstatt, 25 % wollen es selbst tun, 7 % ist es egal und 16 % wissen es nicht. Auch bei der Verwendung der Ersatzteile sagen insgesamt 71 %, dass für sie Originalteile wichtig sind, 20 % sehen es als unwichtig an und 9 % ist es egal. Kleinere Blech- oder Lackschäden werden von 55 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer auf jeden Fall oder wahrscheinlich zur Reparatur gebracht, 31 % lassen eher nicht reparieren und 14 % auf keinen Fall. Die Befragten, die nicht reparieren lassen, sagten auch warum. Für 61 % ist die Optik nicht so wichtig, 26 % wollen es aus Kostengründen nicht tun, 8 % geben Zeitmangel als Grund an, für 2 % ist das Auto schon zu alt, unter Sonstiges werden noch 3 % der Befragten aufgeführt.

Für Peter Schuler, den Bundesgeschäftsführer der KÜS, ist die Schadenssteuerung der Versicherer kein Erfolgsmodell. „Obwohl sehr viele Leute die Schadenssteuerung und die damit verbundene Werkstattbindung kennen, machen nur wenige davon Gebrauch. Die Zahl derjenigen, die sich mit der Beauftragung ihre Rechte im Falle eines Unfalls mit einem neutralen Schadengutachten sichern, ist dagegen sehr groß“, so Peter Schuler.

Befragt werden beim Trend-Tacho von KÜS und kfz-betrieb Autofahrer/-fahrerinnen in Deutschland. 1.000 Personen, die für die Reparatur und Wartung des Fahrzeuges verantwortlich sind, werden im Rahmen einer repräsentativen Zufallsauswahl in einer telefonischen Ermittlung befragt. Die Durchführung geschieht durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH in Köln.