KÜS: Trend-Tacho bestätigt gestiegene Akzeptanz für alternative Antriebe

23. Mai 2014

Zukunft für alternative Antriebsenergie positiv bewertet

Bereitschaft zu Mehrausgaben vorhanden

Intelligente Mobilitätskonzepte sind gefragt

Immer mehr Autofahrer interessieren sich für alternative Antriebssysteme – und sie beschäftigen sich damit. Das ist eines der Resultate der aktuellen Umfrage des KÜS Trend-Tacho. Auch die früher wenig bekannten Systeme wie Brennstoffzelle oder Wasserstoffantrieb sind inzwischen bekannter. Besonders stark gestiegen ist das Interesse bei den Elektrofahrzeugen. Die Anforderungen sind jedoch gleich geblieben. Reichweite und Platzangebot werden nach wie vor kritisch hinterfragt, ebenso die mit dem Nutzen von  Elektrofahrzeugen verbundenen Mobilitätskonzepte.

Die Autofahrer interessieren sich mehr für alternative Antriebe, machen aber Unterschiede. Das stellt der aktuelle KÜS Trend-Tacho fest. Von den Befragten fahren 56 % eher Kurzstrecke, 17 % Langstrecken und 27 % sind auf beiden Varianten unterwegs. Mit Erdgas interessieren oder beschäftigen sich aktuell 26 %, 2013 waren es 21 %, bei Autogas (LPG) ist der Unterschied noch größer, aktuell sind es 27 % zu 17 % im Vorjahr. Der Hybridantrieb erlebt eine Steigerung, 18 % haben sich 2013 interessiert und damit beschäftigt, aktuell sind es 31 %. Ähnlich sieht es aus beim Elektroantrieb mit 35 % (2013: 20 %), Biokraftstoffen mit 24 % (2013: 18 %), der Brennstoffzelle mit 17 % (2013: 9 %) und dem Wasserstoffantrieb mit 16 % (2013: 9%). Der Bekanntheitsgrad für alternative Antriebe und die Lust, sich damit zu beschäftigen, ist also bei allen Systemen stark gestiegen.

Die Zukunft gehört laut den vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrern dem Hybrid- und dem Elektroantrieb. 74 % sagen der Hybridantrieb ist die Zukunft, 72 % stimmen für den Elektroantrieb. Abgeschlagen folgen Autogas (47 %), Erdgas (44 %), Brennstoffzelle (39 %), Biokraftstoffe (37 %) und Wasserstoff (36 %).

Beim Auto mit um 20 % weniger CO2-Ausstoß wären beim Kauf 45 % der Autofahrer bereit, mehr Geld auszugeben. Wären es 10 % weniger CO2 würden 32 % der Befragten mehr investieren wollen, bei 30 % weniger CO2 sogar 66 %.

Am Beispiel der Elektromobilität betrachtet haben sich 57 % der Autofahrer damit beschäftigt, im vergangenen Jahr waren es noch 46 %. Rund 50 % fühlen sich zum Thema Elektromobilität gut informiert, 1 % mehr als 2013. Hier gibt es wohl noch Nachholbedarf. Zur Information dient vor allem das Internet (65 %), das Autohaus (50 %), Fachzeitschriften/Zeitungen (43 %), das Elektrofachgeschäft (5 %) oder Bekannte (3 %). Wenn man fragt, wer heute schon Elektroautos baut, so liegen auf den ersten drei Plätzen BMW mit 42 %, VW mit 33 % und Mercedes mit 27 %. Hier hat, gegenüber dem Vorjahr, an der Spitze ein Platztausch zwischen BMW und VW stattgefunden.

28 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer können sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, gegenüber 23 % im Vorjahr. Von Interesse wären Elektroautos für 44 % in der Mittelklasse, 26 % in der unteren Mittelklasse, 24 % bei den Mini- und Kleinwagen und 6 % bei der oberen Mittelklasse und Oberklasse. 29 % würden eine Ladezeit von 1 – 2 Stunden akzeptieren, 27 % bis 30 Minuten, 23 % 31 bis 60 Minuten. Ein klarer Auftrag für die Entwickler und Produzenten der Ladesysteme. 23 % der Autofahrer würden 1 bis 10 % Aufpreis für ein Elektroauto zahlen, 20 % würden 11 bis 20 % mehr ausgeben und 14 % wären nicht bereit einen Aufpreis zu zahlen. Ein weiterer Knackpunkt ist die Reichweite. 47 % erwarten die gleiche Kilometerzahl wie ein Benzinfahrzeug, 33 % mindestens 200 Kilometer und 13 % mindestens 100 Kilometer. Vier Sitzplätze und einen Kofferraum müsste für 75 % der Befragten ein Elektroauto haben, für 14 % zwei Plätze plus Kofferraum und für 8 % drei Plätze und einen Kofferraum.

Wenn es ein flächendeckendes Netz von Schnellladesäulen gäbe, wären 66 % der Befragten bereit, ein Elektroauto zu kaufen.

Wenn das Angebot für ein Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von 60 bis 100 Kilometer die Nutzung eines Mietwagens für planbare vier Wochen jährlich beinhalten würde, zeigen 27 % Bereitschaft zum Kauf eines Elektrofahrzeuges. 60 bis 100 Kilometer Reichweite und die Möglichkeit, an der Strecke die Batterien zu wechseln, würden 52 % der Befragten zum Kauf von Elektrofahrzeugen motivieren.

„Das Interesse an alternativen Antriebskonzepten steigt. Das belegt der aktuelle KÜS Trend-Tacho sehr deutlich. Gleichzeitig formulieren die Autofahrer klare Anforderungen an die zukünftigen Fahrzeuge, orientiert am Alltagsgebrauch und natürlich auch an den bestehenden Möglichkeiten. Kluge Konzepte sind gefragt“, so Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS.

Befragt werden beim Trend-Tacho von KÜS und kfz-betrieb Autofahrer/-fahrerinnen in Deutschland. 1.000 Personen werden im Rahmen einer repräsentativen Zufallsauswahl in einer telefonischen Ermittlung befragt. Der Befragungszeitraum waren die Monate April/Mai 2014. Die Durchführung geschieht durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH in Köln.