Verschiebungen im Markt für Motoröl

5. Juni 2015

Kurzfassung

Verschiebungen im Markt für Motoröl

 

Im Markt für Motoröl hat es in den letzten zehn Jahren deutliche Verschiebungen gegeben. So konnten die Freien Werkstätten ihren Anteil beim Ölwechsel in den letzten zehn Jahren von 23 % auf 39 % steigern. Das sagt die aktuelle Umfrage des KÜS Trend-Tacho. Wenn es um den Kauf von Öl geht, etwa zum Nachfüllen, verliert die Tankstelle, 13 % holen hier aktuell ihr Öl, vor zehn Jahren waren es noch 29 %. Dass teures Öl die Lebensdauer des Motors verlängert, glauben 57 %. Beratung ist bei den Autofahrern erwünscht, 48 % wünschen sich das. Unbeirrt glauben die vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer an die von den Herstellern vorgegebenen Wechselintervalle, 87 % halten sich daran, 4 % mehr als vor zehn Jahren. Für 67 % der Befragten hat das Thema Öl eher untergeordnete Bedeutung, sie interessieren sich nicht dafür.

Informationen zur Umfrage:

Die Umfrage erfolgte im Mai 2015 durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH im Auftrag der KÜS und des Fachmagazins kfz-betrieb. Genutzt wurde die Mixed-Mode-Befragung, bestehend aus einer telefonischen Befragung (CATI) und einer Online-Befragung (CAWI). Zielpersonen waren Pkw-Fahrer, die im Haushalt für Fragen rund um das Auto (Anschaffung, Wartung, Reparatur) mitverantwortlich sind. Die Gewichtung der Befragungsergebnisse fand mit den KBA-Bestandsdaten (Bestandsanteile Pkw, Alterssegmente) statt.

 

Langfassung

KÜS: Öl ist ein ganz besonderer Saft

KÜS Trend-Tacho befragt Autofahrer zu Wechselintervallen beim Motoröl

Wer macht das Geschäft beim Ölwechsel?
Öl mitbringen in die Werkstatt eher verpönt
Tankstellen verlieren beim Ölverkauf

Dass der, der gut schmiert, auch gut fährt, stimmt nach wie vor. Doch wie halten es die deutschen Autofahrer mit dem Ölwechsel, dem Ölkauf, der Ölqualität und wie empfinden sie den Service dazu in den Werkstätten? Antworten hat der KÜS Trend-Tacho.

Ist die Herstellervorgabe des Ölwechselintervalls nach wie vor ein Dogma? So lautete die Einstiegsfrage des KÜS Trend-Tacho rund um das Thema Öl. Die Antwort ist klar, 87 % der Befragten halten sich daran. Das sind 4 % mehr als bei der Umfrage aus dem Jahr 2005. Muss wirklich so häufig das Öl gewechselt werden, so Frage zwei? 41 % sagen ja, 12 % sagen klar nein und immerhin 47 % hegen Zweifel. Was die Befrager des Trend-Tacho auch wissen wollten: Wer füllt den edlen Saft in das Fahrzeug? Im Jahr 2005 war es bei 53 % die Vertrags-werkstatt, in diesem Jahr ist dies nur noch bei 37 % der Fall. Umgekehrt ist der Trend bei der Freien Werkstatt, im Jahr 2005 waren es gerade mal 23 %, aktuell lassen 39 % der Autofahrer bei Freien Werkstätten das Öl wechseln. Do it Yourself fand 2005 bei 16 % der Befragten statt, 2015 waren es noch 14 %. Die Freien Werkstätten haben sich also in den letzten zehn Jahren im Ölgeschäft in die erste Reihe vorgearbeitet.

11 % haben den Termin zum Ölwechsel bei ihrer Werkstatt online über das Internet gebucht, davon 20 % in der Altersgruppe 18 – 39 Jahre, 11 % waren 40 – 60 Jahre und 7 % über 60 Jahre alt. Bedarf herrscht scheinbar bei der Kommunikation zu den grundsätzlichen Fragen beim Ölwechsel. So wurden nur 33 % der vom Trend-Tacho befragten Autofahrer auf den anstehenden Ölwechsel aufmerksam gemacht, davon 40 % von der Vertragswerkstatt und 30 % von der Freien Werkstatt. Über das einzufüllende Öl fand 2015 bei 53 % kein Gespräch statt (2005: 83 %). In 29 % der Fälle hat die Werkstatt den Kunden angesprochen (2005: 9 %), der Kunde die Werkstatt in 18 % (2005: 9 %). Der Kunde wird mündiger! Im Schnitt hat der Liter Öl 16 Euro gekostet, 2005 waren es 12 Euro. 55 % der Befragten bezeichneten die Preise als „angemessen“, gleich viele wie im Jahr 2005.

Das Mitbringen von Öl in die Werkstatt kommt für 32 % nicht in Frage, 25 % denken darüber nicht nach, 24 % können solch eine Handlungsweise gut verstehen, 12 % haben dies auch schon mal in Erwägung gezogen und 7 % haben ihr Öl schon mal mitgebracht.

Wenn eine Werkstatt dies nicht akzeptiert, so sehen 66 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer darin eine „Störung der Beziehung zur Werkstatt“. Öl nachfüllen müssen 24 % der Autofahrer. Davon tun das 58 % selbst, 13 % holen sich Hilfe bei Freunden, 29 % fahren in die Werkstatt und 1 % lässt an der Tank-stelle nachfüllen. Für die Tankstelle ist das Ölgeschäft rückgängig. 2005 besorgten sich noch 29 % der Autofahrer ihr Öl an der Tankstelle, 2015 nur noch 13 %.

Auch allgemeine Meinungen zum Thema Öl hinterfragte der KÜS Trend-Tacho. Zur Frage, ob das Thema Motoren-Öl sie interessiert, sagen 27 % ja, 67 % nein und 6 % machten keine Angabe. Verlängert teures Motoröl die Lebensdauer des Motors? Ja, sagen 57 %, 33 % sagen nein und keine Angabe machten 10 %. Es ist egal, welches Öl drin ist, Hauptsache genug! Diese Aussage halten 26 % für richtig und 67 % für falsch, keine Meinung haben 7 %. Es gibt keine minderwertigen Öle. Dieser Aussage stimmten 30 % zu, 59 % sagten nein, stimmt nicht, und 11 % hatten keine Meinung. Ich brauche qualifizierte Beratung bei der Auswahl des Öls, sagen 48 % der Befragten, 47 % brauchen das nicht und 6 % machten keine Angaben.

„Auch beim Motoröl zählt der Service und die Beratung für die Autofahrer. Wenn man also im Ölgeschäft punkten, also ein Geschäft machen will, muss man hier gut aufgestellt sein“, so Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS, zum aktuellen KÜS Trend-Tacho.

Informationen zur Umfrage:

Die Umfrage erfolgte im Mai 2015 durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH im Auftrag der KÜS und des Fachmagazins kfz-betrieb. Genutzt wurde die Mixed-Mode-Befragung, bestehend aus einer telefonischen Befragung (CATI) und einer Online-Befragung (CAWI). Zielpersonen waren Pkw-Fahrer, die im Haushalt für Fragen rund um das Auto (Anschaffung, Wartung, Reparatur) mitverantwortlich sind. Die Gewichtung der Befragungsergebnisse fand mit den KBA-Bestandsdaten (Bestandsanteile Pkw, Alterssegmente) statt.