KÜS: Mängelbilanz im 10-Jahres-Schritt

15. September 2015

Mängelbilanz-Vergleich 2004 – 2014

Keine wesentlichen Änderungen

Kann es sein, dass sich innerhalb von zehn Jahren in der Mängelbilanz bei der Kfz-Hauptuntersuchung nichts wirklich ändert, dass die festgestellten Mängel in etwa auf dem gleichen Stand bleiben? Es kann! Die KÜS hat, angepasst an die Zahlen der durchgeführten Hauptuntersuchungen, die Jahre 2004 und 2014 miteinander verglichen.

Die KÜS hatte im Jahr 2004 einen Anteil von 7,3 % an den Hauptuntersuchungen in Deutschland, im Jahre 2014 waren es 10,1 %. Angepasst an die jeweiligen Zahlen hat die KÜS jetzt die einzelnen sicherheitsrelevanten Mängelgruppen beider Jahre innerhalb der Hauptuntersuchung ausgewertet und miteinander verglichen.

Der Spitzenreiter in der Mängelbilanz der KÜS waren und sind die Lichttechnischen Einrichtungen. 2004 notierten die KÜS-Prüfingenieure hier 22,66 % Mängel, im Jahre 2014 waren es 24,65 %. Eine Steigerung um 1,99 Prozentpunkte. Hier schlagen die Fehler im Austausch der Beleuchtungskörper aber auch die Manipulationen, etwa die Verwendung unerlaubter Xenon-Lampen, zu Buche.

Platz zwei in der Mängelhitparade geht an die Bremsen. Hier gab es 2004 eine Mängelquote von 19,84 %, 2014 waren es 20,81 %. Verzeichnet wird eine Steigerung von 0,97 Prozentpunkten. Gründe dafür dürften unter anderem die steigenden Inspektionsintervalle zusammen mit einer merklich sinkenden Wartungswilligkeit durch die Fahrzeughalter sein.
Die Mängelgruppe Umweltbelastung lag 2004 mit 14,10 % auf Rang drei. Dies tut sie 2014 mit 19,25 % auch, ein Anstieg um nicht unerhebliche 5,15 Prozentpunkte. Die Begründung hierzu ist mit Sicherheit in den verschärften Anforderungen bei der Abgasuntersuchung zu suchen. Die Abgasanlagen werden aktuell öfter bemängelt.

Die Mängelgruppe Fahrzeugaufhängung liegt auf Rang vier der Bilanz. Im Jahre 2004 waren es noch 16,76 %, 2014 nur noch 14,39 %. Hier wird im Zehnjahres-Vergleich eine Abnahme der Mängel um 2,37 Prozentpunkte registriert. Eine erfreuliche Entwicklung, zurückzuführen auf die gestiegene Fertigungsqualität im Fahrzeugbau.
Ähnliches ist auf Platz fünf des Mängelrankings zu beobachten. Im Bereich Fahrzeugrahmen waren es 2004, also vor zehn Jahren, 10,56 % Mängel, im Jahr 2014 9,36 % Mängel, eine Abnahme von 1,2 Prozentpunkten. Auch hier kann insbesondere ein Rückgang der Korrosionsmängel durch eine Verbesserung der Fertigungs- und Materialqualität verzeichnet werden.

Unter der Mängelgruppe Sonstige Ausstattungen (z. B. Schallzeichenanlage, Gurtsysteme, Unterlegkeile, Wegfahrsperren, Geschwindigkeitsschild, Warn-dreiecke etc.) gab es im Jahre 2004 5,61 % Mängel, 2014 waren es noch 3,13 % Mängel, eine Abnahme von 2,48 Prozentpunkten.

Fast Gleichstand herrscht bei der Mängelgruppe Lenkung. Von 2,79 % Mängel in 2004 auf 3,09 % in 2014 sind die Mängel hier um 0,30 Prozentpunkte gestiegen.

Bei der Mängelgruppe Sichtverhältnisse nimmt die Quote von 6,97 % aus 2004 auf 3,01 % aus 2014 um 3,96 Prozentpunkte ab. Der Autofahrer kommt z. B. nicht mehr so häufig mit einer defekten Scheibe zur HU. Die modernen, schnellen Reparaturbetriebe für Glasschäden kommen vorher zum Zug. Hier zeigen die intensive Werbung in diesem Bereich und die meist sehr kundenfreundliche Schadensregulierung ihre Wirkung.

„Die geringen Änderungen bei den Mängelzahlen am Fahrzeug im 10-Jahres-Rhythmus stimmen schon bedenklich. Sie zeigen aber, dass die Hauptuntersuchung nach wie vor ihre absolute Existenzberechtigung hat. Sie ist ein Service im besten Sinne eines intensiven und zielgenauen Verbraucherschutzes“, so Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS.

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