KÜS: Trend-Tacho bestätigt hohen Stellenwert des Automobils

4. April 2016

Flexibilität und Freude am Fahren Hauptargumente fürs Autofahren

Kein Boom bei Carsharing erkennbar

Ausgaben rund um das Auto bleiben stabil

Der erste KÜS Trend-Tacho des Jahres 2016 bestätigt den ungebrochen hohen Stellenwert des Autos bei den deutschen Autofahrern. Die Motivation dazu ist vom Alter abhängig und unterschiedlich. Nicht eingetreten ist der prognostizierte Boom beim sogenannten Carsharing, trotz leicht gestiegener Akzeptanz. Die Ausgaben für das Auto bleiben wie bisher, obwohl man in manchen Bereichen genauer hinsehen und sparen will.

Kurzfassung

Flexibilität und Alltagstauglichkeit sind die Hauptargumente für das Auto, so die aktuelle Umfrage des KÜS Trend-Tacho. Der oft vorausgesagte Boom bei Carsharing, also vor allem der Verzicht auf das eigene Auto, bleibt laut der Umfrage aus, nur wenige interessieren sich dafür. Wenn es ums Geld geht, so bleibt die Ausgabenbereitschaft für das Auto konstant zum Vorjahr. Für einen Neuwagen würden die Befragten im Schnitt 29.724 Euro ausgeben, für ein gebrauchtes Fahrzeug liegt die Summe bei 16.056 Euro.

Langfassung

Nach der persönlichen Einstellung zum Auto befragt, antworten 99 % der Autofahrer dem KÜS Trend-Tacho, dass man mit dem fahrbaren Untersatz immer flexibel ist, die Alltagstauglichkeit steht für 97 % im Vordergrund und 95 % ist es wichtig, ein Auto zu besitzen. Die weiteren Bewertungen: Spaß am Fahren 90 %, optisch ansprechendes Fahrzeug 79 % reines Fortbewegungsmittel 76 %, neueste Technik 69 % und renommiertes Fabrikat 47 %. Dabei ist für die Gruppe der 18- bis 39-jährigen Autofahrer die Flexibilität und der Spaß am Autofahren mit 60 % wichtig, bei den Fahrern über 60 punktet ebenfalls mit 72 % die Flexibilität, mit jeweils 68 % Zustimmung folgen dann aber die Alltagstauglichkeit und der Autobesitz.
Als Alternative zum Autofahren wurde für das Carsharing eine starke Zunahme vorausgesagt. Laut KÜS Trend-Tacho ist dies nicht der Fall. Die Vorstellung, kein eigenes Auto zu fahren, sondern Carsharing zu nutzen, wurde im Jahr 2015 von 16 % der Befragten mit sehr wahrscheinlich beantwortet, in diesem Jahr waren es 22 %. Eine leichte Zunahme um 6 Prozentpunkte. Auch das Interesse daran stieg nur leicht. 2015 hatten sich 31 % mit dem Thema beschäftigt, aktuell sind es 35 %, also 4 Prozentpunkte mehr. Nur 5 % nutzen aktuell Carsharing, im vergangenen Jahr 2015 waren es 4 %.

Wenn es ums Geld geht, so bleibt die Ausgabebereitschaft für das Fahrzeug laut KÜS Trend-Tacho stabil. 67 % der Befragten planen eine gleiche Ausgabe wie im letzten Jahr, 14 % planen weniger/deutlich weniger, 18 % mehr/deutlich mehr. Wollen die Autofahrer sparen, so tun sie dies mit der Suche nach günstigen Tankstellen (68 %), fahren die Reifen eine Saison länger (65 %) und verzichten auf den Kauf von Autozubehör (60 %). Die weiteren Sparabsichten: günstige Serviceangebote (Inspektion etc.) suchen (52 %), günstige Werkstätten (49 %), keine Behebung optischer Mängel (45 %), weniger fahren (41 %), günstigere Versicherung (34 %),
Reparaturen privat erledigen (29 %), Reparaturen verschieben (12 %) und auf ein kleineres Auto umsteigen (9 %).

Wann steht der nächste Fahrzeugkauf an? Die Antworten für den KÜS Trend-Tacho waren sehr unterschiedlich. 3 % wollen in den nächsten 3 Monaten kaufen, 7 % in den nächsten 4 bis 6 Monaten, ebenso viele in 7 bis 9 Monaten, 20 % in 10 bis 12 Monaten, 36 % verschieben den Kauf auf später, 27 % wissen noch nicht, wann sie ein Fahrzeug kaufen werden. Von den Befragten würden 37 % einen Neuwagen und 40 % einen Gebrauchtwagen kaufen, 19 % ein Fahrzeug mit Tageszulassung, 18 % einen Vorführwagen und 13 % sind noch unentschlossen. 23 % der potenziellen Käufer würden einen Diesel bevorzugen, das ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Für einen Neuwagen würden die Autofahrer im Durchschnitt 29.724 Euro ausgeben, für einen Gebrauchten im Schnitt 16.056 Euro.

Informationen zur Umfrage:
Die Umfrage erfolgte im März 2016 durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH im Auftrag der KÜS und des Fachmagazins kfz-betrieb. Genutzt wurde die Mixed-Mode-Befragung, bestehend aus einer telefonischen Befragung (CATI) und einer Onlinebefragung (CAWI). Zielpersonen waren Pkw-Fahrer, die im Haushalt für Fragen rund um das Auto (Anschaffung, Wartung, Reparatur) mitverantwortlich sind. Die Gewichtung der Befragungsergebnisse fand mit den KBA-Bestandsdaten (Bestandsanteile Pkw, Alterssegmente) statt.

KÜS: Sicherheit oder Komfort – wofür die deutschen Autofahrer ihr Geld ausgeben

Trend-Tacho fragt nach gewünschten Ausstattungen beim Autokauf

Welche Ausstattungen werden die Autofahrer beim nächsten Fahrzeugkauf kaufen oder mitbestellen? Geht es mehr um Sicherheitssysteme oder macht der Komfort das Rennen? Mehrfachantworten waren möglich. Der KÜS Trend-Tacho hat die aktuellen Antworten aus der Umfrage vom März 2016.

Die Klimaanlage macht das Rennen. 81 % wollen sie in ihrem neuen Auto haben. Ein ABS-System ist dagegen für 77 % wichtig, beheizbare Sitze brauchen 59 % und ein ESP-System 59 %, 55 % Kopf- und Seitenairbags. Es geht also munter durcheinander bei der Entscheidung für Fahrassistenzsysteme oder Komforteinrichtungen. In Erinnerung an das lästige Eiskratzen im vergangenen Winter planen 51 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer eine beheizbare Frontscheibe in ihrem neuen Auto, Einparkhilfen wollen 49 %, eine Freisprecheinrichtung ebenfalls 49 %, der CD-Spieler ist für 48 % wichtig, das Navigationssystem ebenfalls für 48 % und den Bremsassistent wollen 45 %.

Die Wünsche sind nicht klar zu unterscheiden nach Sicherheit und Komfort. So wollen 44 % der Autofahrer einen Tempomat, 42 % eine MP3-Funktion fürs Radio, 40 % eine Alarmanlage, 39 % eine Abstandsregelung mit Tempomat und 34 % eine elektrische Sitzverstellung. Für die Standheizung entscheiden sich 31 %, für ein Automatikgetriebe 29 %, für einen Spurhalteassistent jedoch nur 28 %. 26 % sind Frischluftfans und wollen ein elektrisches Schiebedach, ebenso viele einen selbsteinparkenden Assistenten, 24 % eine Nachtfahrhilfe, 19 % legen Wert auf eine Internetvernetzung, 18 % auf ein mobiles Navigationsgerät und 12 % auf ein Head-up-Display.

Eine klare Gewichtung für Sicherheits- oder Komfortsysteme ist in der Umfrage des KÜS Trend-Tacho nicht klar zu erkennen. Beide Ausstattungsrichtungen haben ihre Befürworter und Gegner. Die Automobilhersteller bedienen beide Richtungen der Kundenwünsche.

Informationen zur Umfrage:
Die Umfrage erfolgte im März 2016 durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH im Auftrag der KÜS und des Fachmagazins kfz-betrieb. Genutzt wurde die Mixed-Mode-Befragung, bestehend aus einer telefonischen Befragung (CATI) und einer Onlinebefragung (CAWI). Zielpersonen waren Pkw-Fahrer, die im Haushalt für Fragen rund um das Auto (Anschaffung, Wartung, Reparatur) mitverantwortlich sind. Die Gewichtung der Befragungsergebnisse fand mit den KBA-Bestandsdaten (Bestandsanteile Pkw, Alterssegmente) statt.

KÜS: Trend-Tacho fragt nach umweltfreundlichen Autos und „Diesel-Affäre“

Absturz für VW bei der Frage nach umweltfreundlichen Autos

„Diesel-Affäre“ bei allen Autofahrern bekannt

„Diesel-Affäre“ von VW nach Meinung der Autofahrer kein Einzelfall

Der Absturz ist beachtlich! Nur noch auf Rang fünf steht VW mit 12 % Zustimmung bei der Frage, wer die umweltfreundlichsten Autos baut. Bei der Umfrage des KÜS Trend-Tacho im Jahre 2014 war es noch der erste Platz. Den hat jetzt in der aktuellen Umfrage Toyota inne mit 16 %, vor BMW (15 %), Audi (14 %), Mercedes (13 %) und eben VW.

Bei 97 % der Autofahrer ist das Thema der „Diesel-Affäre“ des VW-Konzerns bekannt, 96 % haben es in den Medien mehr oder weniger verfolgt. In privaten Diskussionen haben immerhin noch 72 % das Thema diskutiert.

Eine wichtige Frage ist die nach dem Autokauf. Wäre es wieder ein Fahrzeug aus dem VW-Konzern (Seat, Škoda, Audi, VW)? 30 % der Nicht-VW-Fahrer sagen ja, 68 % aller VW-Fahrer auch.

Erstaunlich ist die geringe Detailkenntnis der „Diesel-Affäre“ bei den vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrern. 9 % meinen, es ginge um eine nicht korrekt ausgeführte Abgasuntersuchung, 15 % denken an falsch angegebene Verbrauchswerte und 54 % an falsch angegebene CO2-Werte. 4 % wissen von nichts. Gerade einmal 18 % der Befragten wissen von der Falschangabe der Stickoxidwerte (NOx) bei den Fahrzeugen aus dem VW-Konzern.

Dass die „Diesel-Affäre“ kein Einzelfall ist und andere Autobauer ebenfalls betroffen sind, sagen 86 % aller Nicht-VW-Fahrer, 88 % der VW-Fahrer glauben dies ebenfalls.

Das Image der Fahrzeuge „Made in Germany“ ist nach 47 % aller Nicht-VW-Fahrer längerfristig beschädigt, 35 % der VW-Fahrer sehen dies ebenso.

Die Umfrage zum Thema „Diesel-Affäre“ bei VW gibt ein Meinungsbild aus dem Monat März 2016 wieder. Da die Affäre aktuell jedoch keinesfalls als beendet gelten kann, ist es eine wenn auch interessante Momentaufnahme.

Informationen zur Umfrage:
Die Umfrage erfolgte im März 2016 durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH im Auftrag der KÜS und des Fachmagazins kfz-betrieb. Genutzt wurde die Mixed-Mode-Befragung, bestehend aus einer telefonischen Befragung (CATI) und einer Onlinebefragung (CAWI). Zielpersonen waren Pkw-Fahrer, die im Haushalt für Fragen rund um das Auto (Anschaffung, Wartung, Reparatur) mitverantwortlich sind. Die Gewichtung der Befragungsergebnisse fand mit den KBA-Bestandsdaten (Bestandsanteile Pkw, Alterssegmente) statt.